Ordnung kann auf zweierlei Art und Weise entstehen: Wie in den klassischen Enzyklopädien nach dem Modell eines Kreisweges, also indem Informationen oder Objekte durch eine endliche, begrenzte Form zusammengefasst werden. Oder durch Listen, Aufzählungen und Kataloge, die eine unendliche, nicht endende Form der Darstellung sind. Der Begriff der Sammlung versucht, beide Perspektiven – die geschlossene und die offene Form – zu kombinieren: Die Bibliothek sammelt gemäß ihrem Auftrag und ihren Schwerpunkten Informationen, erwirbt Literatur nach dem additiven Prinzip der Mehrung. Gleichzeitig beschreibt und vernetzt sie die gesammelten Objekte, ordnet sie durch Erschließung in Kontexte ein. Konkret: Die Literatur wird bestimmten Themenklassen zugeordnet (wie im Freihandbereich) und mit Schlagwörtern versehen, die man im Katalog recherchieren kann.
Historisch gesehen sind Sammlungen oft in Zeiten von Krise und Krieg entstanden, um die kulturelle Überlieferung zu sichern. Heutzutage geht es vor allem um die Verschränkung analoger und digitaler Sammlungen, die Kombination von physischer Überlieferung und Datennetzen.
Wichtige Sammlungen an der Herzogin Anna Amalia Bibliothek sind etwa Autorenbibliotheken wie von Goethe, Schiller und Nietzsche, die Shakespeare-Sammlung, die Faust-Sammlung und die Sammlung zum Konzentrationslager Buchenwald und zur NS-Zeit.