Leugnen ist zwecklos: Strategie ist militärisches Wissen – auch wenn kaum jemand an die Herkunft aus dem altgriechischen „Heerführung“ denkt. In der Managementwelt von heute braucht offenbar jeder einen Strategen, eine Strategin oder zumindest eine Strategie. Langfristige Ziele und Planungen werden erwartet. In Weimar genügt zur Einordnung der Griff in das Regal der Militärbibliothek, die im Bücherturm aufbewahrt wird, um bei Carl von Clausewitz’ „Vom Kriege“ (1832/34) nachzuschlagen:
„Es sind nämlich die Mittel und Formen, deren sich die Strategie bedient, so höchst einfach, durch ihre beständige Wiederkehr so bekannt, daß es dem gesunden Menschenverstand nur lächerlich vorkommen kann, wenn er so häufig die Kritik mit einer geschraubten Emphase davon sprechen hört.“
Nicht verschraubt, sondern einfach ist die Strategie der Bibliothek „Future Memory“: Gemeint ist die Arbeit für einen Zukunftsspeicher, der mit Medienvielfalt auch Weltzugänge öffnet und offenhält. Gegenüber einem Präsentismus, der stimmungsabhängig von einer Sicht der Gegenwart überzeugt ist, öffnen Sammlungen und Sammlungsräume Zeithorizonte und Möglichkeitsspielräume. Dafür werden Sammlungen mit neuen digitalen Katalogsystemen öffentlich, mit Projekten neu entdeckt oder erstmals entworfen. Ergänzt wird dies durch die Perspektiven von Zeitzeugen.