Eine besondere Verantwortung übernimmt die Klassik Stiftung Weimar, und mit ihr die Herzogin Anna Amalia Bibliothek, für jene Kulturgüter, die als Welterbe der United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) ausgezeichnet wurden. Originalerhalt und Zugang – „Preservation and Access“ – das sind die zentralen Ziele der internationalen Organisation: Es gilt, die Kulturgüter zu schützen, zu erhalten und sie allen zugänglich zu machen.
Das Historische Bibliotheksgebäude, dessen innere Mitte der Rokokosaal bildet, steht seit 1998 unter dem Schutz der UNESCO, als Teil des Ensembles „Klassisches Weimar“.
Auf Veranlassung von Herzogin Anna Amalia eingerichtet und im Jahr 1766 eröffnet, bewahrt und präsentiert der Rokokosaal auch heute noch bedeutende Teile der Sammlungen der Bibliothek. Fast 40.000 Bücher, zahlreiche Porträtgemälde und rund 80 Büsten bilden eine einzigartige Galerie der Weimarer Klassik im Kontext europäischer Geschichte und Kultur.
Stark beschädigt durch den Bibliotheksbrand 2004 wurde das Historische Gebäude von Grund auf saniert und im Jahr 2007 wiedereröffnet. Jährlich besichtigen es 100.000 Besucher aus aller Welt.
Die „Weimarer Lutherbibel“ von 1534 ist eines der kostbarsten Bücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Die erste Gesamtausgabe von Martin Luthers Bibelübersetzung erschien in zwei Bänden und enthält zahlreiche, aufwendig kolorierte Illustrationen. Seit 2015 gehört sie zum UNESCO-Weltdokumentenerbe, ebenso wie der „Sermon von dem Ablaß und Gnade“ von 1518. In dieser Schrift fasste Luther seine „95 Thesen“ erstmals in deutscher Sprache zusammen – ein Meilenstein in der Reformationsgeschichte.
Beide Bände der „Lutherbibel“ werden abwechselnd in der Dauerausstellung „Cranachs Bilderfluten“ gezeigt. Über die Digitalen Sammlungen der Bibliothek lassen sie sich jederzeit auch virtuell durchblättern.