Lehrwerkstatt

Die Weimarer Lehrwerkstatt hat sich aus der Restaurierungswerkstatt für brandgeschädigtes Schriftgut in Weimar Legefeld entwickelt. Sie ist ein innovativer Lernort, an dem das spezialisierte Wissen der Mengenverfahren zur Restaurierung der Aschebücher an Studierende und Restauratoren vermittelt wird. Gleichzeitig bietet sie Raum, um praxisrelevanten Fragen nachzugehen und so Entwicklungen zur Restaurierung von Schäden voranzutreiben. Dies wird nur durch die Zusammenarbeit in einem Verbund mit Hochschulen und anderen Bibliotheken und Archiven möglich.

Von der Restaurierungswerkstatt zur Lehrwerkstatt

  • 2008: Nach dem Brand wird für die Restaurierung der Aschebücher eine Spezialwerkstatt eingerichtet: die Restaurierungswerkstatt für brandgeschädigtes Schriftgut.
  • 2019: In Kooperation mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim und der Universität für Bodenkultur Wien werden ihre Aufgaben um die einer Lehrwerkstatt ergänzt: Vermitteln und Arbeiten sowie Forschen und Entwickeln.
  • 2019-2025: In der Zeit besuchen 50 Bachelor-Studierende und 46 Master-Studierende für Praktika die Werkstatt. Ein Doktorand ist für einen Forschungsaufenthalt in der Werkstatt.
  • 2023: Im Fortbildungs- und Vermittlungsangebot „Winter School“ heißt die Lehrwerkstatt erstmals Restaurator*innen willkommen. Auch hier stehen die Themen Vermitteln, Forschen und Entwickeln im Zentrum.

Ausstattung

1 Nassstrecke (4 Wässerungsbäder, 2 Anfasergeräte, 2 Unterdrucktische, 1 Rührgerät), 2 hydraulische Pressen, Trockengestelle, Gewichte, 6 Arbeitstische, 3 Pappscheren, 1 Planschneider, 4 Leuchtpulte, Kleinwerkzeuge (z.B. Pinsel, Falzbein, Spatel, Pinzette)

Wer kommt in die Lehrwerkstatt?

Sie wird von Studierenden im Rahmen von Praktika, Werkverträgen und Forschungsaufenthalten besucht. Für Fortbildungsformate kommen auch Restauratoren in die Werkstatt.

Warum braucht es eine Lehrwerkstatt?

Die Lehrwerkstatt bietet als innovativer Lernort Studierenden und Restauratoren die Möglichkeit, bewährte Verfahren praxisorientiert zu erproben und zu erlernen. Schadensbilder, Materialien, Arbeitsschritte und Objekte werden gemeinsam in den Fokus genommen.

Darauf aufbauend können die Studierenden praxisrelevante Fragen bearbeiten und neue, entwickelte Methoden erproben. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen anschließend zurück in die Praxis, wo sie überprüft und für die Weiterentwicklung genutzt werden. Es entsteht auf beiden Seiten ein Wissenszuwachs – eine „Win-Win-Situation“.

 

Bevor ein Aschebuch im Lesesaal wieder benutzt werden kann, muss es restauriert werden.

Wie wird ein Aschebuch in der Lehrwerkstatt restauriert?
 

  1. Vor der Restaurierung werden Fotografien angefertigt, um den Zustand der Aschebücher zu dokumentieren.


     
  2. Danach werden die Einzelseiten des Aschebuchs in eine sogenannte Kompressionskassette eingelegt.


     
  3. Die Kompressionskassette wird in ein Wasserbad getaucht. Dadurch werden die Einzelblätter von Schmutz und Asche befreit.


     
  4. Nach der Reinigung werden die gesäuberten Einzelblätter gemeinsam betrachtet. Es lassen sich Schadens- und Materialmerkmale des Aschebuchs erkennen und erklären.


     
  5. Im nächsten Schritt werden die Schäden behandelt: Neue Papierfasern ergänzen den verlorenen Rand. Zur Stabilisierung wird hauchdünnes Japanpapier auf beide Blattseiten geklebt.


     
  6. Nach dem Trocknen wird die Qualität der Ergänzung kontrolliert. Die Doppelblätter werden in der Mitte gefalzt.


     
  7. Die Blätter werden wieder zu einem Buch zusammengefügt. Der fertige Buchblock bekommt einen sogenannten Konservierungseinband und eine Buchschachtel.


     
  8. Auf diese Weise gut geschützt steht das restaurierte Aschebuch im Tiefmagazin.

 

Rundgang durch die Ausstellung:

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Category: AUSSTELLUNG 2026, ZAHLEN UND FAKTEN