Judaica

Die Sammlung von Judaica – also jüdischer Literatur und Werke über das Judentum – hat an der Weimarer Bibliothek eine lange Tradition. Zum ältesten Bestand gehören etwa Bücher des Humanisten Sebastian Münster (1488 - 1552), der sich für die Kenntnis der hebräischen Sprache einsetzte und hebräische Wörterbücher, Grammatiken sowie Textausgaben veröffentlichte. Allerdings haben die Judaica und Hebraica nie eine eigene Signaturengruppe oder geschlossene Aufstellung erhalten, hatten also nicht den Status einer Sammlung, sondern verteilen sich über den Gesamtbestand. Sie umfassten bis zum Brand 2004 rund 2.000 Bände. Davon wurden etwa 700 zerstört oder beschädigt. In der Ersatzbeschaffung bilden sie heute einen Schwerpunkt, auch wenn viele Titel schwer erhältlich sind. 2024, zwanzig Jahre nach dem Brand, gelang etwa die Wiederbeschaffung des 1574 erschienenen Werkes »Meor Enajim« (Erleuchtung der Augen, Augenspiegel) des italienisch-jüdischen Humanisten, Arztes, Historikers und Rabbiners Azaria dei Rossi ben Moses. Das Werk wurde Ende des 18. Jahrhunderts von jüdischen Aufklärern wiederentdeckt und 1794 in Berlin nachgedruckt.

 

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Category: AUSSTELLUNG 2026, SAMMLUNGEN