
Der Begriff der Globalisierung bezieht sich auf die zunehmend vertiefte Verflechtung von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur. Voraussetzung dafür war die Erforschung und Entdeckung der Welt in der Zeit um 1500. Der Beginn der Globalisierung wird daher oft auf das 16. Jahrhundert mit der europäischen Expansion, dem einsetzenden globalen Markthandel und der Entstehung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung datiert.
Globalisierung geht einher mit dem zunehmenden Austausch von Daten, also der Entwicklung einer Informations- und Wissensgesellschaft. Die Wissensräume, die sich durch die Globalisierung seit der Frühen Neuzeit formierten, wurden in den Wunderkammern der Höfe, den Vorläufern der heutigen Museen und Bibliotheken, dargestellt. Sie enthielten Sammlungen von Artificialia (künstlich geschaffene Dinge von besonderer Schönheit), Naturalia (seltene Naturalien), Scientifica (wissenschaftliche Instrumente), Exotica (Objekte aus fremden Welten), Mirabilia (wundersame Dinge) und auch Bücher. Bibliotheken sind somit die Wegbegleiter der Globalisierung. Sie vernetzen Informationen und schaffen Kontexte.
Das Konzept der Weltliteratur, das Goethe maßgeblich entwickelt hat, meint eine globale, vernetzte Literatur. Die Globalisierung führt zu Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Literaturlandschaften weltweit.
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